Supervision schafft Überblick und gibt Orientierung

VIA bietet Supervision für kritische Themen, persönliche Anliegen und fachliche Fragestellungen aus dem beruflichen Kontext
– für Einzelpersonen
– für Teams aus unterschiedlichen beruflichen Feldern und
– für professionsübergreifende Gruppen
VIA steht aufgrund seiner Geschichte dem psycho-sozialen, pädagogischen, klinischen und gerichtlichen Arbeitskontext im Zusammenhang mit Trennung und Scheidung nahe, ist aber zunehmend auch für Unternehmen tätig.

– VIA bietet insbesondere Supervision bei Fragestellungen zu „hochstrittigen“ Konflikten.
(siehe unten)

 

Die grundsätzliche Chance von Supervision 

besteht darin, aus dem beruflichen Alltag herauszutreten und einen „Gegenstand“ mit Abstand zu betrachten. Der Supervisionsprozess lässt sich vergleichen mit dem Aufstieg auf einen Berg. Oben angekommen ergibt sich ein ganz anderer Blick – Supervision als Aussichtspunkt und Gelegenheit zum Weit,- und Rundblick. „Von oben“ schaut die Welt bekanntermaßen nicht nur anders aus; aus dieser erhöhten Perspektive werden auch unwegsam gewordene, gefährliche Streckenabschnitte, Irrwege, die vom Ziel abbringen und Holzwege, auf den es nicht weiter geht, leichter erkennbar. Und neue, andere Wege tun sich – nicht selten überraschend einfach – auf.

Das Bild vom Weg und der Suche nach Wegen in schwierigem zwischen-menschlichen und institutionellen „Gelände“ ist für VIA Programm. (VIA lat. der Weg)

Gegenstände einer solchen Supervisionsperspektive „von oben“ und dem Ausschauhalten nach möglichen Wegen können sein:
– das persönliche Erleben schwieriger Situationen und konflikthafter Begegnungen im beruflichen Alltag
– Unflexibel gewordene persönliche Denk,-und Handlungsmuster, starre Überzeugungen und Einstellungen, die als große Steine den Weg blockieren
– wichtige persönliche Werte, denen zu wenig Beachtung geschenkt wurde und deren Vernachlässigung Spuren hinterlassen hat.
– institutionelle Routinen, Abläufe und Strukturen, die eher zur Aufrechterhaltung oder gar zur Verschlimmerung eines Problems beitragen statt zu seiner Lösung.
– Schwierige Kooperationsbeziehungen zwischen Vertreter*innen unterschiedlicher Institutionen, die zu einer erheblichen zusätzlichen Belastung für ohnehin problembelastete Klient*innen, Patient*innen, Familien werden können.

Was kann Supervision?

  • Supervision verknüpft verschiedene Perspektiven und bringt so Unverbundenes, Auseinander-driftendes und Fragmentiertes (wieder) in Verbindung. Supervision macht Sinn. So wird z.B. das „Persönliche im Konflikt“, der Einzelne mit seinen persönlichen Anteilen und Konfliktbeiträgen in einen Sinn-Zusammenhang gesetzt mit dem Handeln anderer. Widersprüchliche Logiken, Sprachmuster und Praktiken verschiedener Institutionen, die auf derselben „Baustelle“ tätig sind werden transparent. Dies führt im positiven Fall zu einem Mehr an Verständnis für das Handeln der anderen Akteure, zu einer größeren Klarheit der Rollen und zu einer besseren Abstimmung, so dass die Linke (wieder) weiß, was die Rechte tut. Supervision bietet also die Chance, „unsichtbare“ Wechsel-Wirkungen, wechselseitige Abhängigkeiten und Rückkopplungen in einem ganz bestimmten Bedingungsgefüge (wieder) sichtbar und erlebbar zu machen. Das einzelne Individuum, das (Familien)System und der institutionelle Kontext sind untrennbare Bezugsgrößen in der systemischen Perspektive von VIA.
  • Supervision ist ein „Ort“, um das eigene Wahrnehmen und Reden auf den Prüfstand zu stellen. Supervision unterstützt bei der Unterscheidung zwischen Beobachtung, Beschreibung, Erklärung und Bewertung. Sie lädt die Teilnehmer*innen ein zum genaueren Hinschauen und sensibilisiert dafür, was Sprache „macht“ – mit uns und dem Anderen. Weil „Sprache  Wirklichkeit schafft“ ist unser ethischer Anspruch, nach nützlichen, hilfreichen Beschreibungen eines Problems zu suchen anstelle vorschneller Pathologisierung und vereinfachender Zuschreibung von Allein-Schuld.
  • Supervision kann zu einer Halte-Stelle im mehrfachen Sinn werden:
    – im Sinne von InneHALTen in einem stressigen, hoch beschleunigten (Berufs-)Alltag.
    Die hektische Entfesselung nervöser Energie macht uns anfällig für Fehlwahrnehmungen und vorschnelle Reaktionen.
    – im Sinne von Rück-HALT-erfahren, wenn sich Unsicherheit und überzogene Selbstzweifel breitmachen.
    – aber auch im Sinne eines kritischen HALT-Vorsicht!!!, wenn auf dem bisher eingeschlagenen Weg Gefahren für sich selbst und/oder andere drohen.
  • Wo im Stress der Problemhypnose das eigene Selbstbewusstsein geschwächt wurde und die eigenen Fähigkeiten und Stärken aus dem Blick geraten sind, kann Supervision die vorhandenen Kompetenzen wieder sichtbar und erlebbar machen. Sie unterstützt also auch dabei, den Blick für realistische Ziele zu schärfen, lange und anstrengende Wegstrecken in erreichbare Zwischenziele aufzuteilen und so vor Überforderung zu schützen.

 

 

Supervision speziell für das Problemfeld „Hochstrittigkeit“

Aufgrund der langjährigen Erfahrungen mit chronisch „hochstrittigen“ Konfliktlagen bietet VIA besonders für professionellen Akteure, die in ihrem beruflichen Alltag mit Extremkonflikten konfrontiert und belastet sind …
– einen Ort zur Entlastung und des Rückhalts angesichts von Überforderungen und Belastungen (Selbstzweifel, Inkompetenz-Erleben, Gefühle von Kränkung, Wut, Angst, Ohnmacht, Hilflosigkeit, Verletztheit bei Angriffen auf die eigene Person, Sich-allein-gelassen-fühlen von der eigenen Institution, Schutzlosigkeit…)
– Raum für die Entwicklung neuer Ansichten zur besonderen Dynamik des Hochkonflikts.
– Begleitung auf dem Weg heraus aus der eigenen Problem-Hypnose und bei der Suche nach geeigneten Haltungen, hilfreichen Handwerkszeuge und Handlungsoptionen – nicht zuletzt auch im Verbund mit anderen professionellen Akteuren.

Beispiele für konkrete Fragen, Aufgaben für die Supervision bei „hochstrittigen“ Konflikten

  • Visualisierung „hochstrittiger“ Fallkonstellationen mit Hilfe von Bildern, die z.B. die personelle Ausweitung des Konfliktsystems vor Augen führen („Konfliktogramm“) oder die Dramatik eskalativer Konfliktverläufe mit Hilfe von eindrücklichen Symbolen vor Augen führen.
  • „Was ist der Fall und was steckt dahinter?“
    Hypothesenbildung zur Entstehung und Aufrechterhaltung des Hoch-Konflikts.
    – Welches sind die zentralen Verletzungen und unverheilten Wunden, die den Konflikt am Leben halten?
    – Welches Verhalten stärkt, was schwächt den „hochstrittigen“ Konflikt?
  • Mitdenken und Mitberücksichtigen der anderen beteiligten Professionen, deren Akteure als wichtige „Mitspieler“ und mögliche Kooperationspartner in den Blick genommen werden.
  • Was sollte beim jetzigen Stand der Dinge in der Rolle als Berater, Mitarbeiter des Jugendamtes, Verfahrensbeistand etc. getan beziehungsweise was sollte unterlassen werden?
  • Welche Chancen bietet die Kooperation mit anderen Institutionen?
  • Wo sind der Zusammenarbeit Grenzen gesetzt durch lokale, regionale Eigenheiten?
  • Welche Abgrenzungen zu den anderen Trennungs- und Scheidungsprofessionen sind (nicht) notwendig?
    Wo werden institutionelle System-Eigenheiten u.U. zu einem Kooperationshindernis?
  • Wie wird die Situation der Kinder eingeschätzt? Welche Hilfe- und Schutzmaßnahmen sind notwendig? Wer ist vor wem zu schützen, wenn Mütter und Väter einen erbitterten Krieg gegeneinander führen und dabei ihr(e) Kind(er) aus den Augen verlieren?
  • Wie schaffe ich es, mich vor der überfordernden psychischen Belastung zu schützen, die schnell mit „hochstrittigen“ Elternkonflikten einhergeht?
    Wie kann ich auf die mich abgewälzte Verantwortung wieder dort hinbringen, wo sie hingehört?